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Welche Nahrung benötigt eine Bartagame

Welche Nahrung benötigt eine Bartagame

Geschätze Lesezeit: 5 Minuten
Frank Hamacher
28.07.2026

Welche Nahrung benötigen Bartagamen

Unter Bartagamen-Haltern weltweit tauchen immer wieder dieselben Frage auf: „Wenn Bartagamen Insektenfresser sind – müssen wir ihnen überhaupt Gemüse anbieten?“

Oder sind Bartagamen nun Vegetarier?

Und diese Frage wird tatsächlich je nach Kontinent sehr kontrovers diskutiert. In Europa gelten Bartagamen, bei einigen als Vegetarier auf anderen Kontinenten hingegen als reine Insektenfresser.

Die meisten Antworten darauf sind sehr kurz. Nur wenige erklären wirklich, verständlich.

Der Darm der Bartagame

Darmgesundheit · Mikrobiom

Im Verdauungssystem aller Tiere – also auch der Bartagame – leben große Gemeinschaften von Mikroorganismen. Diese Gesamtheit wird als Mikrobiom bezeichnet.

Diese Mikroorganismen sind keine bloßen Mitbewohner. Sie helfen dabei, bestimmte Nährstoffe aufzuschließen, die das Tier selbst nicht verdauen kann, produzieren Stoffe, welche die Gesundheit der Darmzellen unterstützen, und tragen dazu bei, das Gleichgewicht des Verdauungssystems aufrechtzuerhalten und bilden einen wichtigen Grundpfeiler des Immunsystems.

Der Darm als Garten

Man kann sich den Darm wie einen kleinen Garten vorstellen. Er benötigt den richtigen Boden, ausreichend Nährstoffe und geeignete Bedingungen, um gesund zu bleiben. Fehlt einer dieser Bausteine über längere Zeit, kann das gesamte System allmählich aus dem Gleichgewicht geraten.

Welche Rolle spielt Gemüse also bei der Ernährung?

Obwohl Bartagamen häufig als Insektenfresser beschrieben werden, ernähren sie sich in der Natur nicht ausschließlich von Insekten. Pogona vitticeps besitzt ein recht vielseitiges natürliches Nahrungsspektrum. Je nach Jahreszeit, Alter und Größe fressen sie Insekten, Blüten, Blätter und gelegentlich auch sukkulente Pflanzen. Was auch ganz logisch erscheint, wenn man die australische Vegetation unter die Lupe nimmt. Denn nur zu bestimmten Jahreszeiten sind Blüten (pflanzliche Kost) verfügbar. Im Kern jagt die Bartagame die Insekten, die auf den Blüten sitzen, dabei verzerrt die Bartagame die Blüte gleich mit.

Dennoch ist ihr Verdauungssystem nicht wie das eines strikten Pflanzenfressers aufgebaut. Es hat sich in erster Linie zur Verdauung tierischer Proteine aus Insekten entwickelt. Untersuchungen an Agamen deuten jedoch darauf hin, dass bestimmte Mikroorganismen in ihrem Darm in der Lage sind, einige pflanzliche Ballaststoffe abzubauen.

Grünfutter ist nicht als Hauptnahrungsquelle zu sehen. Es ist jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für das Darmökosystem, das im Inneren des Tieres lebt.

Wenn eine Bartagame Gemüse frisst, kann ihr Körper einen Teil der enthaltenen Nährstoffe direkt aufnehmen. Der größte Teil der pflanzlichen Ballaststoffe lässt sich jedoch vom Tier selbst nicht verdauen. Stattdessen dienen diese Ballaststoffe den Mikroorganismen im Darm als Nahrung.

  • Die Bartagame frisst pflanzliche Ballaststoffe.
  • Darmmikroorganismen bauen diese Ballaststoffe ab.
  • Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren, die die Darmgesundheit unterstützen.

Was passiert, wenn man niemals Grünfutter anbietet, oder die falsche Zusammensetzung?

Eine Bartagame kann durchaus ausschließlich von gesunden Insekten leben, sobald diese vor dem verfüttern mit einem entsprechenden Gut- Load versorgt wurden. Insekten liefern ausreichend Eiweiß und Energie.

Aus Sicht des Mikrobioms könnte jedoch ein langfristiger Mangel an pflanzlichen Ballaststoffen die Vielfalt der Darmmikroorganismen verringern wenn das richtige Gutload ausbleibt. Dies könnte sich möglicherweise auf das Gleichgewicht der Verdauung auswirken. Hier kommt OvO Gutload ins Spiel. Eine ausgewogene Zusammensetzung pflanzlicher Bestandteile auf die Ernährung von Reptilien in unterschiedlichen Lebenszyklen abgestimmt.

Viele Halter kennen Probleme wie Blähungen, eine verlangsamte Verdauung oder Appetitlosigkeit. Meist werden dafür ungeeignete Temperaturen oder eine falsche Fütterung verantwortlich gemacht. Eine weitere, häufig übersehene Möglichkeit ist jedoch ein Ungleichgewicht im Darmmikrobiom.

Zurückzuführen auf falsch zusammengestellte pflanzliche Futterbestandteile, die im Magen-Darm-Trakt bestimmtes Grünfutter auch in zu viel Zucker umwandeln.

Hier ist eine Verfettung auch durch falsche pflanzliche Nahrung möglich. Zu viel Zucker kann zur Leberverfettung führen.

Forschungsstand

Die direkte Forschung zum Mikrobiom der Bartagame und anderer Reptilien befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ein Großteil unseres Wissens stammt aus Untersuchungen unserer Zucht- und Jungtiere. Über mehr als drei Jahrzehnte selektierten wir unsere Zuchttiere nicht nur genetisch. Wir bildeten verschiedene Zuchtgruppen mit gleichen genetischen Ursprung ernährten die Gruppen jedoch unterschiedlich. Gewichtsdatenerfassung, Wachstumsanalysen in der praktischen Beobachtung von nahezu 1000 Nachzucht, haben zur ständigen Modifizierung unseres Gutload geführt.

Die Fütterung einer Bartagame bedeutet nicht nur, das Tier selbst zu ernähren. Sie bedeutet ebenfalls, das kleine Ökosystem aus Mikroorganismen zu pflegen, das in ihrem Darm lebt.

So ist es sicherlich eine gute Idee, einem erworbenen Futterinsekt ein Stück Möhre oder etwas Gurke anzubieten. Jedoch stellt dieses Futterangebot keine abwechslungsreiche abgestimmte Ernährung dar, die langfristig ein Immunsystem aufrecht erhalten wird.

OvO GutLoad bietet mit drei unterschiedlichen Futterbausteinen: Juvenil - all Season- und der Breeders Edition, fein abgestimmte Ernährungsphysiologische Bestandteile für mikrobielle Diversität.

Das richtige Gutloading fördert das Immunsystem, ein gesundes Wachstum und die Fertilität.

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